Das Ackersyndikat – Landwirtschaft solidarisch machen!

Der Ackersyndikat e.V. bildet einen bundesweiten Solidarverbund von selbstorganisierten Höfen. Der Anspruch besteht darin, dass landwirtschaftliche Flächen stets den Menschen gehören, die sie ökologisch und verantwortlich nutzen und bewirtschaften. Statt in Privateigentum liegt der Boden in unverkäuflichem Gemeinschaftsbesitz.

Foto zweier Gewächshäuser des Ackersyndikats

Quelle: Ackersyndikat e.V.

 
Was sind Vision und Ziel des Ackersyndikats?

Das Ackersyndikat ist ein dezentraler Solidarverbund von selbstorganisierten Höfen. Es sorgt dafür, dass landwirtschaftliche Flächen immer den Menschen gehören, die sie ökologisch verantwortlich bewirtschaften und nutzen. Das Land ist dabei nicht Privateigentum, sondern unverkäuflicher Gemeinschaftsbesitz.

Dabei orientieren wir uns an diesem Leitbild:

Wir wollen…

Land entprivatisieren: Wir überführen Flächen in kollektive Nutzung und sichern ihre Unverkäuflichkeit. Wir sind Teil der weltweiten Commons-Bewegungen. Land ist keine Ware, sondern unsere Lebensgrundlage!

Ökologische Nachhaltigkeit: Wir fördern Projekte, die sich hohe ökologische Ziele setzen. Wichtig ist uns hier vor Allem der Aufbau von Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität sowie Klimafreundlichkeit.

Bedürfnisorientierung: Wir arbeiten an einer solidarischen Wirtschaft, die sich an den Bedürfnissen von Menschen orientiert, nicht an Profitinteressen. Daher überwinden wir Schritt für Schritt Logiken des Kapitalismus und treten für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft ein.

Die Gesellschaft verändern: Wir wollen politische Wirkung entfalten und gemeinschaftlich gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.

 
Wir handeln…

solidarisch: Wir vernetzen uns mit anderen Akteur*innen und suchen die Kooperation. Und helfen Projekten in Schwierigkeiten, im Rahmen unserer Möglichkeiten. Wir kommunizieren wertschätzend und üben konstruktive Kritik.

selbstorganisiert: Wir bauen selbstbestimmte und dezentrale Strukturen auf und entscheiden basisdemokratisch. Alle Stimmen und Bedenken werden gehört. Unsere Tätigkeit beruht auf Freiwilligkeit.

inklusiv: Jegliche Form der Diskriminierung lehnen wir ab. Wir sind offen für die Hinterfragung unserer eigenen Denkmuster und Privilegien. Wir laden alle Menschen ein, bei uns mitzuwirken und arbeiten fortlaufend daran, unsere Strukturen entsprechend zu gestalten.

herrschaftskritisch: Wir streben nach einer Welt, die frei von Herrschaft jeder Art ist. Wir handeln transparent, geben Wissen und Fähigkeiten weiter und verteilen Ressourcen um.

prozessorientiert: Wir sehen unsere selbst getroffenen Absprachen nicht als starre Regeln, sondern als Zwischenstände, die immer wieder angepasst werden können. Wir sind bereit, von anderen zu lernen und Kritik anzunehmen.

 
Welche Ressourcen und Faktoren waren bei der Gründung wichtig?

Wir konnten auf viel Vorarbeit und Erfahrungen aus dem Mietshäuser Syndikat (syndikat.org) und dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft aufbauen und auf viele Netzwerke.

 
Wo seht Ihr euch auf den drei NOW-Wege?

Also: Marktkonkurrenz abbauen, Demokratie ausbauen und/oder Commons aufbauen? 

Vor allem Commons aufbauen, der Rest aber natürlich auch.

 
Wie kann ich mitmachen? 
 
Wo werdet Ihr euren Ansprüchen nicht gerecht?

An ganz vielen Stellen.