KEBAP ist ein sehr ambitioniertes und äußerst vielfältiges Projekt in Hamburg-Altona. Der drittgrößte Hochbunker Hamburgs, mit einer Gesamtfläche von 4.600 qm auf sechs Etagen, wird dem Gemeinwohl dienen und nicht den Investoren-Interessen, wie es in Hamburg sonst üblich ist. KEBAP möchte zwei menschliche Bedürfnisse miteinander verbinden: Wärme und Kultur.
Die (ursprüngliche) Kernidee

Durch den Verkauf von dezentral hergestellter erneuerbarer Energie, sollen günstige Mieten ermöglicht werden: für Werkstätten, Proberäume, Räume für die Nachbarschaft und für Kulturschaffende, ein Food-Lab und eine Gemeinschaftsküche, gekrönt von einem allen offen stehenden Dachgarten.
Aber auch vor dem Umbau zum KulturEnergieBunker, ist KEBAP ein buntes Projekt. Im über viele Jahre gewachsenen Bunkergarten wird gemeinschaftlich gegärtnert, finden Bildungsprojekte für Kinder, gemeinsame Kochveranstaltungen und Workshops statt. Im Inneren befinden sich aktuell z.B. das Saatgut-Archiv, ein SoLawi-Depot und das Vereins-Lastenrad.
Die Anhandgabe des Gebäudes an KEBAP, durch die Stadt Hamburg, fand Anfang 2021 statt. Aktuell wartet das Projekt auf die Freigabe der Gelder für die Vorplanung des Umbaus.
Der Stand der Dinge, 7/26
Manchmal ist der mutigste Schritt nicht, stur an einem Plan festzuhalten, sondern ihn weiterzuentwickeln. Genau an diesem Punkt stehen wir im Sommer 2026.
Nach vielen Jahren intensiver Planung und unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit, haben wir eine wichtige Entscheidung getroffen: Wir werden das ursprüngliche Energiekonzept für den Bunker nicht weiterverfolgen. Das bedeutet jedoch keineswegs das Ende unserer Idee. Im Gegenteil. Unsere Vision bleibt dieselbe. Wir passen lediglich den Weg dorthin an.
Nicht, weil unsere Idee an Überzeugungskraft verloren hätte, sondern weil die jahrelangen Aushandlungen mit der Stadt Hamburg und eine bis heute nicht eingelöste Förderzusage wertvolle Zeit gekostet haben. In dieser Zeit haben sich die Rahmenbedingungen grundlegend verändert: Bau- und Materialkosten sind deutlich gestiegen, Förderbedingungen wurden angepasst und auch die technische Entwicklung im Wärmesektor hat das ursprüngliche Energiekonzept überholt. Unter diesen Voraussetzungen wäre eine Umsetzung heute weder wirtschaftlich sinnvoll noch verantwortungsvoll.

Auch wenn andere Themen die Schlagzeilen bestimmen: Der Klimawandel schreitet ungebremst voran. Mehr denn je braucht es Orte, an denen Wissen vermittelt, Lösungen diskutiert und Menschen zum Mitmachen motiviert werden. Deshalb wollen wir den Bunker künftig noch stärker zu einem Ort entwickeln, an dem Klimabildung, Nachhaltigkeit, Energiewende, Teilhabe und ein starkes Miteinander Wirkung entfalten – mit einem schlankeren, zukunftsfähigen Konzept.
Und keine Sorge: Unsere laufenden Projekte gehen selbstverständlich weiter. Ob Gartentage, Führungen, Bildungsangebote oder Veranstaltungen – KEBAP bleibt lebendig. Der neue Kurs verändert vor allem unsere langfristige Perspektive für den Bunker, nicht aber unser tägliches Engagement für Klimabildung, Kultur, Nachbarschaft und den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Stadt.
Aufruf an die Stadt Hamburg
Um unser Konzept an die veränderten Bedingungen anpassen zu können, brauchen wir Zeit. Von der Stadt wünschen wir uns, dass sie diesen Weg ermöglicht und unterstützt, indem sie unsere Arbeit am und im Bunker auch weiterhin sichert. Nach vielen Jahren kräftezehrender Aushandlungen und langer Wartezeiten wäre das ein wichtiges Signal für bürgerschaftliches Engagement in Hamburg. KEBAP ist mehr als ein Bauprojekt. Es ist eine Gemeinschaft von Menschen, die daran glaubt, dass Klimaschutz, Kultur und Nachbarschaft zusammengehören.
Der Beginn
Aus den Protesten gegen die von der Stadt Hamburg und Vattenfall geplante „Moorburgtrasse“, entstand 2010 die Idee zum KEBAP „KulturEnergieBunkerAltonaProjekt“. Ziel war es, Energie, genauer: Nahwärme, dezentral, bürgernah und klimafreundlich zu produzieren.
Lokale Vernetzung
Grundgedanke ist, Menschen mit unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten zusammen zu bringen, um gemeinsam den Stadtteil zu gestalten. In einem Bürgerbeteiligungsverfahren wurden dafür im Stadtteil die Anwohner*innen nach ihren Wünschen und Ideen zur kulturellen Nutzung des Bunkers befragt und angeregt, diese mit umzusetzen. Die Wünsche der Befragten finden sich im Raumkonzept des Bunkers wieder.
Struktur
Das Projekt beinhaltet sowohl eine Genossenschaft (KulturEnergieGenossenschaft – KEGA eG), als auch einen Verein (KEBAP e.V.). Alle sind gleichermaßen stimmberechtigt.
Mitmachen
KEBAP bietet vielfältige Andockstellen, um selbst aktiv zu werden, mitzudenken, mitzuplanen und sich mit viel oder wenig Zeit einzubringen.
Kurzinfo
- Links: https://kulturenergiebunker.de/
- Ort: Hamburg-Altona
- Aktiv seit: 2010
Ein anderes nachbarschaftliches Projekt in Hamburg: Die Poliklinik Veddel